Nachfolgend ein Anwenderbericht des deutschsprachige Kunden Tamedia
WoodWing Enterprise bei Tamedia
Tamedia setzt für die Erstellung ihrer unterschiedlichen Printtitel auf WoodWing Enterprise. Damit hat man ein offenes System gefunden, das es erlaubt, diverse Software für die Printproduktion miteinander zu verknüpfen.
Tamedia ist aufgrund der Vielzahl ihrer Medien und nach eigener Definition als Anbieter «quer durch alle Mediengattungen» eine zentrale Säule der Schweizer Medienlandschaft. Die Bedeutung einzelner Titel, die Vielzahl der Aktivitäten sowie die in den letzten Jahren auf Expansion auch durch Zukäufe ausgerichtete strategische Unternehmenspolitik zeigen ein Unternehmen, das eindeutig «in Richtung Zukunft» denkt. Diese Bedeutung auf dem Markt wird erreicht durch die Konzentration auf die Qualität jedes einzelnen Verlagsobjektes oder Medien-/Sendeformates. Darin eingeschlossen: Um wirklich gut zu sein, braucht man die besten Werkzeuge, um dies zu realisieren.
Stete Optimierung
Printmedien sind das Rückgrat von Tamedia. Täglich, wöchentlich verlassen aktuelle Ausgaben das Haus, die so gut wie jeder Schweizer zumindest teilweise kennt. Ob aktuelle Tagespresse oder Lifestylehochglanz, Tamedias Prinzip ist, sich durch die Qualität der Produkte auf dem Markt eine Resonanz zu verschaffen, die dem Unternehmen die Substanz sichert. Interne Organisationsprozesse sind gewissermassen die andere Seite der gleichen Münze: Mit wirtschaftlich angemessenem Aufwand werden Prozesse, Abläufe und Produktionswege permanent optimiert. Demzufolge ist seit Jahren in der gesamten Tamedia-IT-Struktur – sozusagen dem datenneuronalen Netzwerk des Hauses – ein permanenter Verbesserungsprozess im Gange, der, auf jeweils fundamentalen Entscheidungen aufbauend, die technische «Modernisierung» mit den Erfordernissen der jeweiligen Verlagsobjekte und ihrer Redaktionen und Produktionsabteilungen synchronisiert. In einem wohldosierten Balanceakt werden technische Neu- und Weiterentwicklungen eingeführt, ohne dass es für Redaktionen zu radikalen Wechseln kommt. Man könnte sagen: mutige Entscheidung ja, gewagtes Experiment nein.
Flexible Lösung suchen
Es ist noch nicht lange her, da waren die hochspezifischen Redaktions- oder Umbruch-, Blattplanungs- und Anzeigen- sowie die kommerziellen (Abrechnungs-und Planungs-)Programme durchaus noch plattform-/hardwaregebunden. Nicht jede Software lief auf jedem Betriebssystem. Überdies führen hochspezifische Speziallösungen immer zu einem generellen Konflikt, den jedes grafische Unternehmen für sich entscheiden muss: Läuft einmal alles stabil, möchte man eigentlich nichts ändern. Andererseits bleibt eine derart fixierte Lösung je länger, desto mehr hinter den Möglichkeiten der jeweils topaktuellen Softwarelösung zurück.
Und das geht eben nur eine kurze Zeit gut.
Grund genug, den Königsweg zu suchen: ein stabiles Fundament, das genügend Variationen für jeweils spezifische Prozesse oder Workflows einzelner Redaktionen oder Medientypologien zulässt und andererseits unabhängig von wechselnden Betriebssystem-Releases oder Hardwaremodifikationen Jahre überdauert. Tamedia-intern bereitete man diesen Anpassungs- und Veränderungsprozess sehr systematisch in Form koordinierter Arbeitsgruppen und Expertenkreise vor. In Bezug auf die Printmedienproduktion unterschied man dazu von vornherein in eine sinnvolle Stufigkeit der zu planenden Umstellungen und Anpassungen: erst die Redaktions-Arbeitsstationen, dann spezielle Prepress-Arbeitsplätze (Bildredaktion, Infografik), dann das Redaktionssystem und damit verbundene Arbeitsplätze der Seitenproduktion und – was noch aussteht – die Druckvorstufe als Gesamtheit (wobei hier sowohl Macintosh- wie Windows-PCs im Einsatz sind).
Integriert oder offen?
Ein zentrales Ergebnis der Arbeitsgruppen war die Erarbeitung von gut definierten Abschnitten des Pflichtenhefts, weil man die unterschiedlichen Belange, Wünsche, Anforderungen des komplexen Miteinanders von Redaktionen – und hier einerseits Wort, andererseits Bild –, Datenbanken, Nachrichtensystemen, Recherchentools, ausfallgeschützten Produktionswege und Archivierung «unter einen Hut zu bringen» hatte. Immer wieder wurde abgewogen, ob ein integriertes System (also eines, das «alles» umfasst) sinnvoller sei oder auf ein offenes System im Sinne der Integration jeweils spezifischer Module gesetzt werden soll. Letztere Philosophie setzte sich durch. Denn die in IT-Kreisen gern genannte «Eier legende Wollmilchsau» konnte man nicht finden, ohne Kompromisse einzugehen, die der eigentlichen Zielsetzung entgegenstanden. Also hiess die Aufgabe schon bald sehr konkret: das Beste für jeden Zweck, und alles zusammen über offene Schnittstellen, Datenstandards und eine mehrfach gesicherte Host-Server-Lösung zu integrieren. Klingt einfach, macht aber viel Arbeit, könnte man lakonisch sagen. Doch der Lohn, der winkt, ist die Mühe wert: Man bleibt auf Dauer flexibel und kann punktuell optimieren. Das schont Nerven und Ressourcen, und vor allem lässt es Platz für individuelle Entscheidungsprozesse. Denn logisch: Ein Haus mit so vielen unterschiedlichen Redaktionen bzw. Verlagsobjekten, ein jedes davon «eine Welt für sich», kann nicht auf einen Schlag, rigoros und «Basta, kein Widerspruch!» umstellen. Es hiesse, Mitarbeiter zu frustrieren oder vor unlösbare Aufgaben zu stellen. Step by step, und dabei Erfahrungen sammeln, die zur ständigen Verbesserung beitragen, das ist ganz offensichtlich der Weg der Vernunft.
Redaktionssystem ohne Kompromiss
In Bezug auf moderne Redaktionssysteme fiel nach eingehender Vorprüfung die Wahl auf WoodWing Enterprise – in Kombination mit InDesign als Layoutsoftware. Externe Consultants hatten die Auswahl begleitet. Sie halfen, vor allem das permanente Pingpongspiel «Wie hoch sind die Kosten?» versus «Welche Funktionen müssen sein, worauf kann man verzichten?» in den Griff zu bekommen. Zum Schluss, nachdem Planer und Techniker, Nutzer und Lieferanten lange genug am runden Tisch gesessen hatten, war die Lösung dieser Quadratur des Kreises geschafft: Die Architektur der Wahl versprach niedrigere Installations- und Betriebskosten als andere Alternativen und eine Funktionalität, die keine Kompromisse nötig machte. Was in anderen Verlagen keineswegs selbstverständlich wäre, zeigt deutlich, mit welcher Auffassung von Partnerschaft Tamedia auf den Markt der Lieferanten zugeht. Seit 2004 ist die recht komplexe IT mit ihren verschiedenen Funktionsbereichen im Wege des Outsourcing an Swisscom übertragen. Diese hatte dann auch bei der Evaluation des Tamedia-internen Redaktions-Reengineerings Projektleitung und Koordination inne. Der Logik folgend, dass der Outsourcing-Partner später auch – in Kombination mit dem WoodWing-Systemintegrator, dem auf Verlagslösungen spezialisierten Expertenteam von A&F in Sursee – für den reibungslosen und Flexibilität garantierenden Rund-um-die-Uhr-Betrieb zu sorgen hat. Mit Anforderungen übrigens, die nicht ohne sind – teils müssen im Fall der Fälle Server in Bruchteilen einer Stunde wieder am Netz verfügbar sein. Ohne jeglichen Datenverlust. Mit Freude berichten alle Partner, dass man diesen Fall in der Realität noch nicht erleben musste.
Reibungslose Umstellung
Seitens Tamedia war und ist Edy Winiger in den Arbeitsgruppen als Leiter Projekte Prepress Mitverantwortlicher und Koordinator «zwischen den Welten». Für ihn zählt nach den unzähligen Vorbereitungstagen das Ergebnis. Das fasst er in seiner sehr sachlichen Art so zusammen: «Ich stelle fest, dass bei den Titeln und Redaktionen, wo WoodWing Enterprise eingesetzt wurde, die Abläufe nun eleganter und geschmeidiger sind. Frappierend auch, dass nach der Umstellung vom ehemaligen Standard auf die WoodWing-Software die Einarbeitung für die einzelnen Mitarbeiter auf das Redaktionssystem minimal war. Sie fanden sich von Anfang an sehr gut zurecht.» Die Umstellung von einem älteren Layoutprogramm auf InDesign erforderte jedoch intensive Schulung, damit die Produktivität von Beginn an gesichert war. Seiner funktionalen Aufgabe im Hause, die sich mit «Bereitstellung von Technik als Dienstleistung für optimale Verlagsproduktion» umschreiben lässt, konnte er damit bestens gerecht werden.
Unterschiedliche Gesichter, gleicher Kernel
Seitens A&F betreut Patrick Stalder als Systemspezialist die für Tamedia massgeschneiderte Implementierung. Denn dies ist ein Vorteil, den man von vielen als eine der Stärken von WoodWing Enterprise genannt bekommt: Die Software ist nicht als Zig-Versionen-Paket auf dem Markt unterwegs, sondern ein stabiles Ganzes, in das die Erfahrungen der Anwender rund um den Globus einfliessen. Das datenbankgestützte Redaktionssystem selbst kann jedoch an die Wünsche oder Erfordernisse einzelner Redaktionen angepasst werden. Auch im Hause Tamedia ist man so gesehen mit unterschiedlichen Gesichtern, aber immer dem gleichen Kernel unterwegs. Um welche Art des Verlagsobjektes es sich handelt – hier die streng rubrizierte Fachzeitschrift, dort ein Boulevard-Layout, als Nächstes ein typografie- und designorientiertes Lifestylemagazin –, spielt für WoodWing grundsätzlich keine Rolle. Freilich können die Prozesse, Abläufe und Workflows den unterschiedlichen Gepflogenheiten und Anforderungen der Redaktionen angeglichen werden.
Die richtige Wahl
A&F gelang, was zu den Königsdisziplinen der Systemintegration im Verlagswesen gehört, nämlich die anderen für eine Medien-/Verlagsproduktion erforderlichen Software-Gesamtpakete mit WoodWing zu verknüpfen: ob InDesign und VegasPro, Verlagsmanager und Journaldesigner, Foto- und Bildbearbeitungsarbeitsplätze und die entsprechenden Ausgabe- oder Online-Exportfunktionen. Unter Volllast (ein Verlagshaus kann nicht ein paar Tage dichtmachen) wurde die Synchronisation fehlerfrei geschafft. Von daher, sagt Edy Winiger, sei die zielgenaue Einrichtung des neuen Redaktionssystems und seine Integration in die Tamedia-Infrastruktur durch A&F mit einem hohen Grad an Zufriedenheit gelungen. Ergo: Man hat die richtige Wahl getroffen.
Über Tamedia:
Tamedia, eine führende Schweizer Mediengruppe mit Sitz in Zürich, ist in den Bereichen Zeitungen, Zeitschriften, Elektronische Medien (Radio, TV, Online) sowie Druck und Logistik tätig. Am 1. Oktober 2007 hat sich Tamedia mit der Berner Espace Media Groupe zusammengeschlossen.
Dank des breiten Spektrums von Inhalten und Distributionskanälen ist Tamedia die einzige Schweizer Mediengruppe, welche die gesamte Deutschschweiz quer durch alle wesentlichen Mediengattungen abdeckt. Tamedia gibt eine Reihe bekannter schweizerischer Tages-, Wochenzeitungen und Zeitschriften heraus, betreibt Radiostationen, Fernsehsender sowie mehrere Online-Portale. Mit der Lancierung der Pendlerzeitung 20 minutes in Lausanne und in Genf ist Tamedia seit dem Frühjahr 2006 erstmals auch in der Westschweiz präsent.

